Wann kommt die Alkohol-MPU?
Die Führerscheinstelle ordnet in der Regel dann eine MPU an, wenn eines dieser Kriterien erfüllt ist:
- Blutalkoholkonzentration ab 1,6 ‰ (Auto oder Fahrrad), auch beim ersten Vorfall,
- Wiederholte Trunkenheitsfahrten (auch mit deutlich weniger als 1,6 ‰),
- Ausfallerscheinungen (Unfall, Schlangenlinien) auch unterhalb 1,6 ‰,
- Trunkenheitsfahrt in Kombination mit anderen Auffälligkeiten (z. B. Aggression).
Der Gutachter prüft nicht die Tat als solche, sondern die Frage: Ist zu erwarten, dass Sie künftig wieder unter Alkoholeinfluss fahren? Deshalb reichen Reue und ein Versprechen nicht – es geht um eine nachvollziehbare Verhaltensänderung.
Abstinenz oder kontrolliertes Trinken?
Das ist die zentrale Weichenstellung. Grob:
- Kontrolliertes Trinken kann bei Erstauffälligkeiten in einem eher moderaten Konsummuster ein realistisches Ziel sein – muss aber überzeugend dargestellt werden.
- Abstinenz ist meist der einzige tragfähige Weg bei Wiederholungstätern, bei sehr hohen Promillewerten oder wenn im Alltag eine Alkoholabhängigkeit vorliegt.
Diese Weichenstellung machen wir nicht nach Bauchgefühl, sondern anhand Ihrer konkreten Vorgeschichte, Ihrer BfF-Anordnung und ggf. eines ehrlichen Selbstscreenings. Falsch getroffen, ist die MPU praktisch nicht zu retten.
Abstinenznachweis: sauber und anerkannt
Wenn Abstinenz der Weg ist, brauchen Sie Nachweise nach den CTU-Kriterien – üblich sind:
- Urinscreenings über 6 oder 12 Monate (4 bzw. 6 kurzfristig einbestellte Termine),
- oder Haaranalyse (meist zwei Analysen à 3 Monate),
- bei Bedarf ergänzend CDT (Blutwert).
Wichtig: Der Nachweis muss von einer akkreditierten Stelle kommen. Wir sagen Ihnen, welche Anbieter im Rhein-Main-Gebiet (Darmstadt, Frankfurt, Mainz, Wiesbaden) sauber arbeiten – und was Sie im Zeitraum davor nicht tun dürfen (z. B. Mundwasser, alkoholhaltige Medikamente, bestimmte Kosmetika).
Wie unsere Alkohol-Vorbereitung aussieht
- Aktenanalyse: Wir schauen Ihre Aufforderung und die Fragestellung genau an.
- Ehrliche Selbstklärung: Wo standen Sie wirklich – nicht wie es „auf dem Papier" aussah?
- Verhaltensmuster: Auslöser, Trinkanlässe, soziale Rahmenbedingungen bewusst machen.
- Stabile Neuordnung: Alternativen im Alltag – belastbar, nicht nur für die Prüfung.
- Prüfungsgespräch simulieren: Realistisch, unter Zeitdruck, mit unangenehmen Rückfragen.
Was Sie nicht bekommen
- Keine Erfolgsgarantie – die gibt es rechtlich nicht und wäre unseriös.
- Keine „richtigen Antworten" zum Auswendig-Lernen – Gutachter erkennen das binnen Minuten.
- Keine „Tricks" beim Abstinenznachweis – das fliegt fast immer auf.
