Was verlangt der Gesetzgeber?
Eine MPU wegen Drogen wird angeordnet, wenn Zweifel an der Fahreignung bestehen – z. B. durch:
- Fahrt unter Einfluss (Cannabis über 3,5 ng/ml THC, harte Drogen: Nullgrenze),
- Auffindung erheblicher Mengen (BtMG-Delikte),
- Selbstauskunft über regelmäßigen Konsum,
- Wiederholungsfälle oder Mischkonsum.
Der Prüfmaßstab lautet vereinfacht: Ist zu erwarten, dass Sie künftig Drogenkonsum und Fahren sauber trennen können – oder ganz auf den Konsum verzichten?
Trennungsvermögen vs. Abstinenz
- Trennungsvermögen kann bei einmaligem, klar zeitlich abgegrenztem Cannabiskonsum ohne Fahrzeugbezug reichen. Voraussetzung: glaubhafte, konsequente Trennung von Konsum und Fahren.
- Abstinenz ist Standard bei harten Drogen, bei regelmäßigem Cannabiskonsum, Mischkonsum oder Wiederholungsdelikten. Sie muss durch anerkannte Nachweise dokumentiert werden.
Abstinenznachweis nach CTU-Kriterien
Wichtig: Der Nachweis muss lückenlos, kurzfristig einbestellt und bei einer akkreditierten Stelle gemacht werden. Sonst wird er nicht anerkannt.
- Urinscreenings: 4 Termine in 6 Monaten oder 6 Termine in 12 Monaten,
- Haaranalyse: pro Analyse ~3 cm Kopfhaar = 3 Monate Rückblick,
- Substanzspektrum: passend zum Delikt (nicht nur der eine Stoff).
Wir sagen Ihnen konkret, welche Anbieter im Rhein-Main-Gebiet (Darmstadt, Frankfurt, Mainz) sauber arbeiten – und was Sie unbedingt vermeiden müssen (bestimmte Medikamente, Kontaktkonsum, Mohnbrötchen o. ä.).
Was das Gespräch mit dem Gutachter wirklich prüft
Nicht die Frage „Wissen Sie, dass Drogen schädlich sind?" – das weiß jeder. Sondern:
- Wann und warum haben Sie angefangen?
- Welche Funktion hatte der Konsum in Ihrem Leben (Entspannung, sozialer Kontext, Selbstmedikation)?
- Was hat sich seitdem verändert – konkret, nicht als Floskel?
- Was passiert, wenn dieselben Auslöser wiederkommen?
Ablauf unserer Drogen-Vorbereitung
- Erstanalyse: Akte, Fragestellung, realistische Zielrichtung klären.
- Nachweisplanung: Welche Programme, wie lange, wo?
- Sitzungen: Aufarbeitung der Konsumgeschichte, Auslöser, Alternativen.
- Alltagsstabilität: Was tragen Sie nach der MPU als Struktur weiter?
- Simulation: Prüfungsgespräch üben.
Was Sie nicht bekommen
- Kein „Tricksen" mit Nachweisen – funktioniert fast nie und ist strafrelevant.
- Keine Standardantworten zum Auswendig-Lernen.
- Keine Erfolgsgarantie (rechtlich unmöglich).
