myMPUonline – MPU-Vorbereitung Rhein-Main
Ratgeber

Betrunken Fahrrad gefahren: Wann im Rhein-Main-Gebiet eine MPU droht

Alkohol auf dem Fahrrad: Ab wann die MPU droht, was 1,6 Promille bedeuten und wie du in Rhein-Main sinnvoll reagierst. Ohne Garantie, mit Klartext.

·Furkan Baris
Einfaches Fahrrad-Symbol als Sinnbild für Alkohol und MPU auf dem Rad
myMPUonline Logo

Ein Feierabendbier wird zu mehreren, der Weg nach Hause ist nur ein paar Kilometer weit, und das Auto steht ja zu Hause. Also aufs Rad. Dass genau das den Führerschein kosten kann, überrascht viele, die zu mir in die Beratung kommen. Die kurze Antwort: Ja, auch eine Fahrradfahrt unter Alkohol kann zur MPU führen.

Warum der Führerschein bei einer Radfahrt überhaupt betroffen ist

Die Fahrerlaubnisbehörde prüft nicht, womit du gefahren bist, sondern was die Fahrt über deinen Umgang mit Alkohol aussagt. Nach § 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) ordnet sie ein medizinisch-psychologisches Gutachten an, wenn ein Fahrzeug mit 1,6 Promille oder mehr geführt wurde. Das Bundesverwaltungsgericht hat 2008 (Az. 3 C 32.07) klargestellt, dass der Wortlaut ausdrücklich „Fahrzeug“ sagt und nicht „Kraftfahrzeug“. Das Fahrrad ist also eingeschlossen.

Der Gedanke dahinter: Wer mit 1,6 Promille oder mehr noch fahren kann, hat in der Regel eine starke Alkoholgewöhnung. Diese Einschätzung wird dir die Behörde unterstellen, bis du das Gegenteil nachvollziehbar belegst.

Die Promillegrenzen für Radfahrer im Überblick

Für Radfahrer gelten andere Werte als für Autofahrer. Zwei Schwellen sind wichtig:

  • Ab 0,3 Promille mit Ausfallerscheinungen (relative Fahruntüchtigkeit): Wer Schlangenlinien fährt, das Gleichgewicht verliert oder einen Unfall verursacht, kann sich strafbar machen.
  • Ab 1,6 Promille (absolute Fahruntüchtigkeit): Hier gilt man als fahruntüchtig, auch ohne jeden Fahrfehler. Strafrechtlich greift § 316 StGB, und die MPU-Anordnung nach § 13 FeV ist die Regel.

Zum Vergleich: Bei Autofahrern liegt die absolute Grenze bei 1,1 Promille. Die 0,5-Promille-Grenze der Ordnungswidrigkeit gilt für Kraftfahrzeuge, nicht für das Fahrrad.

Unter 1,6 Promille: kein Freifahrtschein

Viele rechnen: „Ich hatte weniger als 1,6, also passiert nichts.“ So einfach ist es nicht. Auch unterhalb der Schwelle kann die Behörde ein Gutachten verlangen, wenn zusätzliche Tatsachen Zweifel an deiner Eignung begründen. Typische Auslöser sind:

  • mehrere Alkoholfahrten, auch mit dem Rad oder in Kombination mit früheren Auffälligkeiten
  • Hinweise auf Alkoholabhängigkeit oder Missbrauch in der Akte
  • deutliche Ausfallerscheinungen oder ein Unfall mit Personenschaden

Entscheidend ist, was in der Ermittlungsakte und im Strafurteil steht. Genau dort schaut die Behörde zuerst nach.

Was nach der Anordnung passiert

Du bekommst ein Schreiben der Fahrerlaubnisbehörde mit einer Frist für das Gutachten. Lässt du die Frist verstreichen oder legst du das Gutachten nicht vor, darf die Behörde nach § 11 Abs. 8 FeV auf mangelnde Eignung schließen. Das kann bis zum Entzug der Fahrerlaubnis führen. Ich habe es mehrfach erlebt, dass Menschen das Schreiben wochenlang liegen lassen, weil sie ja „nur“ mit dem Fahrrad unterwegs waren. Das ist der teuerste Fehler, den man machen kann.

Zusätzlich kann die Behörde das Führen von Fahrrädern untersagen, wenn Eignungszweifel bestehen (§ 3 FeV). Das ist selten, aber möglich.

Wenn du die Aufforderung bekommen hast, gilt: Nicht warten, sondern Fristen notieren und früh anfangen. Wer in Darmstadt, Frankfurt, Offenbach oder dem übrigen Rhein-Main-Gebiet wohnt, hat bei der Wahl einer Begutachtungsstelle und eines Beratungsangebots viel Auswahl. Wichtiger als der Ort ist, dass die Vorbereitung zu deiner konkreten Vorgeschichte passt.

Worauf es in der MPU bei einer Alkoholfahrt ankommt

Der Gutachter will nachvollziehen, wie es zur Fahrt kam und was sich seither verändert hat. Im Kern geht es um drei Fragen:

  • Wie sah dein Trinkverhalten vorher aus, und warum hast du so viel getrunken?
  • Warum bist du trotzdem gefahren?
  • Was hast du geändert, und woran lässt sich das belegen (zum Beispiel Abstinenz oder kontrolliertes Trinken mit passenden Nachweisen)?

Welcher Weg bei dir realistisch ist, hängt von der Vorgeschichte ab. Ich erkläre dir in der Erstanalyse, welche Nachweise in deinem Fall sinnvoll sind und welche nicht.

Häufige Fragen

Pedelecs bis 25 km/h werden rechtlich wie Fahrräder behandelt. S-Pedelecs und andere schnellere E-Bikes gelten dagegen als Kraftfahrzeuge, dann sind die strengeren Werte für Kraftfahrzeuge maßgeblich. Im Zweifel solltest du die Einstufung deines Fahrzeugs prüfen lassen.

Rechtlich ist das in Einzelfällen möglich, etwa wenn die Anordnung formal fehlerhaft ist. Das ist eine Frage für einen Fachanwalt für Verkehrsrecht, nicht für eine MPU-Vorbereitung. Die Frist läuft währenddessen weiter, deshalb lohnt es sich, früh zu klären.

Bei einer Verurteilung nach § 316 StGB sind in der Regel zwei Punkte im Fahreignungsregister üblich. Die genaue Folge hängt vom Einzelfall ab.

Fazit

Das Fahrrad ist beim Thema Alkohol keine Grauzone. Ab 1,6 Promille ist die MPU nach § 13 FeV der Regelfall, auch darunter kann sie angeordnet werden. Wer die Aufforderung ernst nimmt, Fristen im Blick behält und früh anfängt, seine Vorgeschichte ehrlich aufzuarbeiten, steht deutlich besser da. Garantien gibt es dabei nicht, aber es gibt einen klaren Weg.

Häufige Fragen zur Ratenzahlung

Die MPU-Vorbereitung lässt sich bei myMPUonline in zwei Raten bezahlen. Die wichtigsten Fragen dazu kurz beantwortet:

Ja. Die Pakete MPU Standard und MPU Premium lassen sich in zwei gleich großen Raten bezahlen: die erste Rate vor dem Start, die zweite im Verlauf der Vorbereitung.

Nein. Der Gesamtpreis bleibt identisch – es gibt weder Zinsen noch Bearbeitungsgebühren oder Aufschläge. Die Summe wird lediglich auf zwei Zahlungstermine verteilt.

Nein. Es gibt keine Schufa-Abfrage und keinen Kreditvertrag. Die Ratenzahlung ist eine direkte Vereinbarung mit myMPUonline und wird vor dem ersten Termin schriftlich festgehalten.

Nein. Die Gebühr der amtlich anerkannten Begutachtungsstelle sowie Abstinenznachweise oder Laborkosten werden direkt dort bezahlt und sind nicht Teil der Vorbereitung.

Sofort nach Eingang der ersten Rate. Es entsteht keine Wartezeit gegenüber einer Einmalzahlung – der erste Termin wird direkt in der kostenlosen Erstanalyse festgelegt.

Ja. Die Ratenzahlung gilt unabhängig vom Wohnort, also auch für Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Darmstadt und dem übrigen Rhein-Main-Gebiet – online wie vor Ort.

Mehr zu Ablauf, Kosten und Terminen in der Region: MPU-Vorbereitung Darmstadt

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Rechts- oder medizinische Beratung. Eine MPU-Vorbereitung ist eine begleitende Leistung und beinhaltet kein Versprechen und keine Garantie auf das Bestehen der MPU.

© 2026 myMPUonline · Furkan Baris